Was man in Montmartre unternehmen kann: Besichtigungen, Spaziergänge und gute Adressen

Fondant au chocolat maison garni de noisettes, accompagné de crème fraîche et de petits choux, avec boîtes de préparation pâtissière bio Marlette à Montmartre.
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Inhaltsverzeichnis

Titelbild: @lapuertaontheroad

Die Metro spuckt ihre Reisenden auf die Place des Abbesses. Man hebt den Blick: Die Butte steigt vor einem empor, unebenes Kopfsteinpflaster, schiefe Fassaden. Montmartre besichtigt man nicht, man erklimmt es. Die Touristen steigen zum Sacré-Cœur hinauf, Kamera in der Hand. Die Stammgäste huschen durch die rue Lepic, ein Brot unter dem Arm. Zwischen beiden liegt ein Viertel, das noch atmet, mit seinen Künstlerateliers, seinen Morgencafés, seinen Treppen, die zwischen zwei Häusern hervorbrechen. Kein Museum nach Art des Louvre hier: Montmartre liest sich in seinen Gassen, seinen bemalten Mauern, seinen Tischen, an denen man sich niederlässt, ohne auf die Uhr zu schauen.

Man erlebt Montmartre nicht in zwei Stunden. Man schlendert hindurch, verirrt sich, steigt auf einer anderen Seite wieder hinab. Jeder Spaziergang eröffnet eine neue Perspektive auf Paris: die flache Stadt in der Tiefe, der Eiffelturm, der herausragt, die Zinkdächer in der Sonne. Was folgt, ist kein erschöpfender Führer. Nur eine Kartografie der Orte, an denen noch Leben herrscht, zwischen berühmten Sehenswürdigkeiten und Adressen aus der Nachbarschaft. Um die Erkundung in anderen Ecken von Paris fortzusetzen, halten wir die Augen offen und die Beine bereit.

Der Sacré-Cœur und die Butte: das historische Herz von Montmartre

Hausgemachter Schokoladen-Fondant mit Crème fraîche, umgeben von Boxen der Bio-Backmischungen von Marlette und Gebäck in der Hand. Montmartre, Abbesses.
Bildnachweis @lapuertaontheroad

Die Basilika Sacré-Cœur, weiße Silhouette auf dem Hügel

Unmöglich, sie zu übersehen. Der Sacré-Cœur thront auf der Spitze der Butte, aus Stein von Château-Landon, der niemals schwarz wird. Zwischen 1875 und 1914 erbaut, entfaltet die Basilika ihre romanisch-byzantinische Kuppel über Paris. Man steigt über die Treppen der rue Foyatier hinauf (237 Stufen, man zählt mit) oder mit der Standseilbahn, wenn die Knie schmerzen. Im Inneren goldenes Mosaik, dichte Stille, gedämpftes Licht. Der Ort bleibt ein aktives Heiligtum: tägliche Messen, Pilger, Andacht. Kein Eintritt für das Kirchenschiff, aber Krypta und Kuppel können gegen ein paar Euro besichtigt werden.

Was man oft sucht, ist der Vorplatz. Die Stufen beherbergen Gitarren, Freundesgruppen, müde Touristen. Gegenüber breitet sich Paris aus: Tour Montparnasse, Panthéon, in der Ferne La Défense. Am frühen Morgen, vor 9 Uhr, hat man die Aussicht für sich allein. Am Nachmittag wimmelt es. Am Abend gehen die Lichter der Stadt nach und nach an.

Die Place du Tertre, Freilichttheater

Drei Gehminuten vom Sacré-Cœur entfernt breitet die Place du Tertre ihre Terrassen und Staffeleien aus. Porträtmaler, Karikaturisten, Souvenirverkäufer: Die Stimmung schwankt zwischen Folklore und Jahrmarkt. Man leugnet die Postkartenseite nicht. Historisch war dieser Platz das Herz des alten Dorfes Montmartre, vor der Eingemeindung nach Paris 1860. Picasso, Modigliani, Utrillo trieben sich hier herum. Heute bleiben die Künstler, aber das Publikum hat sich geändert. Viele Schulgruppen, organisierte Touren, Selfies.

Dennoch bewahrt der Platz seinen Charme, wenn man ihn zu nehmen weiß: ein Café auf der Terrasse am Morgen, vor dem Ansturm. Den Porträtmalern bei der Arbeit zusehen. Den Akzenten aus aller Welt lauschen, die sich vermischen. Montmartre lebt auch von diesem ständigen Theater. Man akzeptiert die Kulisse, zieht weiter, steigt durch die angrenzenden Gassen wieder hinab.

Die versteckten Gärten und Plätze rund um die Butte

Montmartre verbirgt Grünflächen zwischen seinen Häusern. Der Square Louise-Michel, am Fuß des Sacré-Cœur, bietet Rasenflächen und Bänke mit Blick auf Paris. Kinder rennen, Mütter passen auf, Tauben gurren. Weiter nördlich beherbergt der Square Suzanne-Buisson eine Statue des heiligen Dionysius, der seinen Kopf in den Händen hält (lokale Legende: Er soll nach seiner Enthauptung noch gelaufen sein). Jahrhundertealte Bäume, relative Ruhe, ein Ort zum Verschnaufen zwischen zwei Anstiegen.

  • Square Louise-Michel: Rasenbetreten erlaubt, freie Sicht, erreichbar von der Station Anvers
  • Square Suzanne-Buisson: schattig, Steinbänke, vertraulichere Atmosphäre
  • Jardin sauvage Saint-Vincent: 1500 m² bewusst brachliegende Fläche, spontane Flora, gelegentliche Führungen

Der Jardin sauvage Saint-Vincent ist einen Abstecher wert. 1985 angelegt, bewahrt er eine freie Vegetation auf einem Brachgrundstück. Man kommt nicht frei hinein: Man muss die Tage der offenen Tür oder organisierte Besichtigungen abpassen. Die Idee: der Natur mitten in Paris freien Lauf lassen. Brennnesseln, Dornengestrüpp, Kletterpflanzen. Eine Insel der Biodiversität mitten im Kopfsteinpflaster.

Die Mühlen von Montmartre: ländliche Zeugnisse im Herzen von Paris

Teller mit Pancakes, garniert mit frischen Erdbeeren, Blaubeeren, Vanilleeis und gehackten Pistazien bei Marlette in Montmartre
Bildnachweis @lapuertaontheroad

Das Moulin Rouge, Show und Neonlicht

Am Boulevard de Clichy drehen sich die roten Flügel aus beleuchtetem Kunststoff. Das Moulin Rouge bleibt das Wahrzeichen des Cancan-Paris. 1889 eröffnet, hat das Kabarett verschiedene Epochen durchlebt: Toulouse-Lautrec malt es, Édith Piaf singt dort, Touristen aus aller Welt reservieren dort. Revue-Show, Federn, Strass, choreografierter French Cancan. Das Innere mischt Kitsch und Handwerkskunst: handgenähte Kostüme, professionelle Tänzer, Dinner-Show zu XXL-Preisen.

Ins Moulin Rouge zu gehen bedeutet, das Zeremoniell zu akzeptieren. Man kommt nicht für die Montmartre-Authentizität, man kommt für die Show. Reservierung erforderlich, angemessene Kleidung verlangt, Preise ab 120 Euro. Der Ort bleibt ein Denkmal des Pariser Music-Halls. Die sich drehenden Flügel bei Nacht sind ein roter Leuchtturm über dem Asphalt.

Das Moulin de la Galette, Erinnerung an die Vergnügungslokale

Weiter oben auf der Butte, in der rue Lepic, erhebt sich das Moulin de la Galette aus Holz und Stein. Eine echte Mühle aus dem 17. Jahrhundert, in der einst Weizen gemahlen wurde. Im 19. Jahrhundert verwandelte die Familie Debray sie in ein Vergnügungslokal: Man tanzte, trank Weißwein, aß Galettes. Renoir verewigte den Ball 1876 in einem berühmten Gemälde, in dem das Licht durch das Laub fällt. Heute kann die Mühle nicht besichtigt werden. Sie gehört zu einem Restaurant, Le Moulin de la Galette, das klassische Küche in einem Belle-Époque-Ambiente anbietet.

Man geht für das Foto vorbei. Die Flügel drehen sich nicht mehr, aber die Silhouette bleibt unverändert. Die Adresse verdient Mühe: die rue Lepic hinaufsteigen, Touristengruppen umgehen, die Fassade von der Straße aus betrachten. Der Ort symbolisiert das Montmartre von einst, als das Viertel noch ein Dorf der Müller und Winzer war.

Das Moulin Radet, diskreter Nachbar

Direkt neben dem Moulin de la Galette erhebt das Moulin Radet (auch Blute-Fin genannt) seine Holzkonstruktion. 1717 erbaut, wurde es 1924 versetzt, um dem Abriss zu entgehen. Heute in dasselbe Restaurant integriert, kann es ebenfalls nicht besichtigt werden. Man bewundert es von der Straße aus, ein zerbrechliches Zeugnis eines ländlichen Montmartre, das verschwunden ist. Die beiden Mühlen bilden ein fotogenes Duo, oft von Spaziergängern festgehalten.

Museen und Künstlerateliers: das Bohème-Montmartre

Kunde hält ein getoastetes Sandwich mit Ei und Speck, serviert mit grünem Salat und Radieschen im Coffee Shop Marlette in den Abbesses in Montmartre.
Bildnachweis @lapuertaontheroad

Das Musée de Montmartre, Gedächtnis des Viertels

In der 12 rue Cortot beherbergt ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert das Musée de Montmartre. Ein ehemaliges Atelier, in dem Renoir, Dufy, Suzanne Valadon und ihr Sohn Utrillo wohnten, erzählt der Ort die künstlerische und soziale Geschichte des Viertels. Dauerausstellungen: Kabarettplakate, Gemälde lokaler Maler, Rekonstruktion des Atelier-Wohnhauses von Valadon, Alltagsgegenstände. Der Rundgang entfaltet drei Jahrhunderte Montmartre-Leben, von der Commune bis ins 20. Jahrhundert.

Die Renoir-Gärten verlängern den Besuch. Drei angelegte Terrassen, Blick auf die Weinberge des Clos Montmartre, Bänke im Schatten der Flieder. Der Garten weckt Ruhe und Beschaulichkeit. Eintritt kostenpflichtig, ermäßigter Tarif für unter 26-Jährige, kostenlos für unter 10-Jährige. Für den kompletten Besuch sollte man 1,5 Stunden einplanen.

Das Dalí-Atelier, Surrealismus unter freiem Himmel

In der rue Poulbot versammelt der Espace Dalí 300 Werke des katalanischen Malers: Skulpturen, Radierungen, Lithografien. Nicht sein historisches Atelier, sondern eine dauerhafte, öffentlich zugängliche Sammlung. Gedämpfte Beleuchtung, surrealistische Musik im Hintergrund, Werke wie Der Weltraumelefant oder Alice im Wunderland. Dalí verkehrte in den 1920er Jahren in Montmartre, bevor er anderswo Bekanntheit erlangte. Das Museum bleibt eine zugängliche Einführung in seine Welt.

Eintritt kostenpflichtig, geführte Besichtigungen auf Anfrage. Der Ort gefällt Dalí-Liebhabern und Neugierigen des Surrealismus. Für den Rundgang sollte man 45 Minuten einplanen. Nur wenige Schritte von der Place du Tertre entfernt, praktisch, um Besichtigungen zu verbinden.

Die Ateliers des Bateau-Lavoir, Wiege des Kubismus

An der Place Émile-Goudeau erinnert eine Gedenktafel an das Bateau-Lavoir. Dieses Holzatelier, so benannt wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Waschschiff auf der Seine, beherbergte Picasso, Modigliani, Juan Gris, Max Jacob. Picasso malte dort 1907 Les Demoiselles d’Avignon, ein Gründungswerk des Kubismus. 1970 durch Brand zerstört, wurde das Gebäude 1978 wieder aufgebaut. Heute beherbergt es Künstler in Residenz. Keine öffentliche Besichtigung, aber der Platz bleibt geschichtsträchtig. Man hält dort an, um die Gedenktafeln zu lesen, sich die verrauchten Ateliers, die nächtlichen Gespräche, das Bohème-Paris vorzustellen.

Spaziergänge durch die Gassen: Montmartre zu Fuß erkunden

Die rue Lepic, Geschäftsstraße des Viertels

Die rue Lepic schlängelt sich von der Place Blanche bis zur Place Jean-Baptiste-Clément. Feinkostläden, Lebensmittelgeschäfte, Cafés, Bäckereien: Die Straße lebt im Alltag. Die Bewohner erledigen hier ihre Einkäufe, die Touristen bummeln, die Lieferanten hupen. Das Café des Deux Moulins, berühmt geworden durch Die fabelhafte Welt der Amélie, zieht Fans des Films an. Retro-Atmosphäre, Terrassenservice, gemischtes Publikum.

Weiter oben steigt die Straße steil an. Man geht an den Mühlen vorbei, kreuzt Jogger, kommt außer Atem. Die Fassaden schmücken sich mit Farben: verwaschenes Blau, ockerfarbenes Gelb, Mandelgrün. Montmartre behält diesen dörflichen Charakter in der Stadt. Man findet dort noch Nahversorgungsgeschäfte, Metzger, Käsehändler. Ein Viertelleben, das der Gentrifizierung widersteht.

Die versteckten Treppen und geheimen Durchgänge

Montmartre entfaltet sich in drei Dimensionen. Die Treppen verbinden die Ebenen, schaffen Abkürzungen, eröffnen Perspektiven. In der rue Maurice-Utrillo führt eine Treppe hinunter zur rue Saint-Vincent. In der rue du Calvaire fallen die Stufen steil zwischen zwei Mauern ab. Die rue Chappe bietet eine von alten Laternen gesäumte Treppenflucht. Jeder Aufstieg hält eine andere Aussicht bereit: Zinkdach, blühendes Fenster, schlafende Katze.

  • Treppen der rue Foyatier: 237 Stufen, direkter Zugang zum Sacré-Cœur
  • Treppen der rue Maurice-Utrillo: ruhig, schattig, wenig frequentiert
  • Passage des Abbesses: überdachte Galerie, Kunsthandwerksläden, geschützte Atmosphäre
  • Rue du Calvaire: steil, eng, mit Blick über Paris

Sich in diesen Treppen zu verirren ist der beste Weg, Montmartre zu entdecken. Keine Karte, kein GPS. Man steigt hinauf, wieder hinab, stößt auf einen Platz, den man nicht gesucht hat. Das Viertel gibt sich geduldigen Spaziergängern hin.

Der Clos Montmartre, städtischer Weinberg

In der rue des Saules, hinter einem Gitter, wachsen 1556 Rebstöcke auf 1500 m². Der Clos Montmartre, 1933 gepflanzt, um das Grundstück vor der Bebauung zu retten, produziert jedes Jahr rund 1000 Flaschen. Weinlese Anfang Oktober, Weinlesefest von Montmartre, Umzug, Konzerte. Der Wein? Ehrlich gesagt eher mittelmäßig, aber symbolisch. Man kann den Clos nicht frei besichtigen: Der Weinberg bleibt geschützt, nur an den Tagen des Kulturerbes oder während des Festes zugänglich.

Von außen betrachtet man die Rebzeilen, das im Herbst gelb werdende Laub, die reifenden Trauben. Ein Stück Land mitten in der Stadt. Die Adresse lässt schmunzeln: Montmartre behält seine Weinberge, während der Rest von Paris zubetoniert wird.

Die guten Adressen des Viertels: wo man in Montmartre essen und trinken kann

Die historischen Cafés und Nachbarschaftstische

Montmartre zählt Cafés, die seit Jahrzehnten Bestand haben. Le Consulat, an der Place du Tertre, serviert klassische Gerichte auf der Terrasse. Die Maison Rose, in der rue de l’Abreuvoir, zeigt ihre bonbonrosa Fassade: Maurice Utrillo malte sie, Édith Piaf sang dort. Heute ein touristisches Restaurant, aber das Gebäude bleibt fotogen. Das Moulin de la Galette, bereits erwähnt, bietet französische Küche in einem Belle-Époque-Dekor.

Um den Touristenfallen zu entgehen, steigt man die rue des Abbesses hinunter. Marlette, 45 rue des Abbesses, bricht den Rhythmus. Handwerklicher Coffee Shop, Slow-Coffee-Philosophie, hausgemachte Bio-Backmischungen. Man öffnet dort die Tür für einen Cappuccino, ein Schoko-Sesam-Cookie, einen Brunch am Sonntag. Der Ort zieht Bewohner des Viertels, Wochenendpaare, Freundesgruppen an. Keine Reservierung morgens und mittags: Man kommt vorbei und schaut, ob noch Platz ist. Von 15 bis 18 Uhr können Gruppen unter reservation@marlette.fr reservieren. Die Atmosphäre atmet: natürliches Licht, Holztische, herzlicher Service. Eine Adresse, an der man sich niederlässt, ohne auf die Uhr zu schauen, zwischen zwei Anstiegen zur Butte. Weitere kulinarische Inspirationen in Paris setzen diese Suche nach authentischen Orten fort, fernab des Lärms.

Die Bäckereien und handwerklichen Konditoreien

In der rue Lepic stellt die Bäckerei Grenier à Pain ihre Sauerteigbrote her. Feine Törtchen, blättrige Croissants, gepflegte Backtradition. Schlange am Samstagmorgen. In der rue des Abbesses bietet Arnaud Delmontel preisgekröntes Gebäck: Raisinbrötchen, Apfeltasche, weiches Brioche. Die Montmartre-Bewohner holen dort ihr tägliches Brot. Faire Preise, gleichbleibende Qualität.

Feine Konditoreien verbergen sich ebenfalls. Sébastien Gaudard, in der rue des Martyrs, entfaltet seine Kreationen: neu interpretierter Saint-Honoré, Zitronentörtchen mit Baiser, Schokoladen-Entremets. Eine gehobene Adresse für ein Sonntagsdessert. Man geht dorthin wegen der makellosen Verarbeitung, des stimmigen Geschmacks, der Liebe zum Detail.

Die Nachtbars und die nächtliche Atmosphäre

Montmartre wechselt bei Nacht sein Gesicht. Die Touristen ziehen sich zurück, die Bewohner gehen aus. Le Divan du Monde, am Boulevard de Clichy, programmiert Rockkonzerte, Elektro-Abende, kulturelle Veranstaltungen. Saal mit 450 Plätzen, ordentliche Akustik, Rock-Atmosphäre. La Cigale, in derselben Straße, bietet ein breiteres Programm: französisches Chanson, internationaler Pop, Comedy. Zwei legendäre Säle des nächtlichen Paris.

Für einen Drink ziehen die Bars der rue des Trois-Frères und der rue des Abbesses die Nachtschwärmer an. Le Sancerre, an der Ecke rue des Abbesses, serviert Naturweine und Wurstplatten. Le Verre Volé, weiter unten, setzt auf eine erweiterte Bio-Weinkarte. Entspannte Atmosphäre, Zinktheke, Gespräche, die sich hinziehen. Montmartre bewahrt diesen dörflichen Charakter, bei dem man seinen Nachbarn an der Theke trifft.

Montmartre abseits der ausgetretenen Pfade: die unbekannten Ecken

Der Friedhof von Montmartre, eine Oase der Ruhe

An der Avenue Rachel erstreckt sich der Friedhof von Montmartre über 11 Hektar mit Gräbern, schattigen Alleen, Kapellen. Weniger bekannt als der Père-Lachaise, beherbergt er Dalida, François Truffaut, Stendhal, Hector Berlioz, Henri-Georges Clouzot. Die Alleen verlieren sich zwischen den Abteilungen, Katzen streifen umher, Krähen krächzen. Keine Menschenmenge, kein Lärm. Ein unerwarteter Ort zum Spazierengehen, an dem man eher Ruhe sucht als berühmte Gräber.

Die Grabstätten erzählen Geschichte: bürgerliche Familien des 19. Jahrhunderts, Künstler des 20. Jahrhunderts, neugotische Monumente, neoklassizistische Kapellen. Die Brücke Caulaincourt überspannt den Friedhof und schafft eine ungewöhnliche Perspektive. Man gelangt über mehrere Eingänge hinein: Avenue Rachel, rue Caulaincourt, rue Joseph-de-Maistre. Öffnungszeiten: 8-18 Uhr wochentags, 8.30 Uhr samstags, 9 Uhr sonntags.

Die rue Saint-Vincent und ihre dörfliche Atmosphäre

Die rue Saint-Vincent verläuft am Friedhof entlang, säumt den Clos Montmartre, führt hinunter zur rue Caulaincourt. Gepflastert, eng, bewahrt sie ein provinzielles Erscheinungsbild. Das Kabarett Au Lapin Agile, Nummer 22, besteht seit 1860. Renoir, Picasso, Apollinaire verbrachten dort ihre Abende. Heute Chansonabende, vorgetragene Poesie, Bistro-Atmosphäre. Eintritt kostenpflichtig, Reservierung empfohlen, kennerisches Publikum.

Gegenüber öffnet der kleine Place Constantin-Pecqueur eine Verschnaufpause. Bäume, Bänke, Blick auf die Dächer. Man setzt sich dort mit einem Buch, einem Sandwich, oder auch mit nichts hin. Das Viertel atmet fernab des Sacré-Cœur. Die Fassaden behalten ihre verwaschenen Farben, die Holzläden neigen sich, der Blauregen klettert. Ein Montmartre, das der Postkarte widersteht.

Der Square Marcel-Bleustein-Blanchet und das Château des Brouillards

Die Allée des Brouillards, ein Privatweg, führt zum Château des Brouillards. Ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, versteckt hinter Bäumen, Privatbesitz. Man kann es nicht besichtigen, sieht aber die Fassade vom Square Marcel-Bleustein-Blanchet aus. Dieser 2006 angelegte Platz bietet eine offene Rasenfläche, Bänke mit Blick auf das Schloss, Spielgeräte für Kinder. Wenige Touristen, viele Anwohner. Der Ort bewahrt eine vertrauliche Seite, wie ein Geheimnis der Montmartre-Bewohner.

Im 19. Jahrhundert wohnte Gérard de Nerval in dem Schloss. Lokale Legende: Der Nebel, der von der nahen Quelle aufstieg, habe ihm den Namen gegeben. Heute beherbergt das Gebäude private Wohnungen. Man nähert sich ihm wegen der Atmosphäre, der dichten Vegetation, der ungewöhnlichen Ruhe mitten in Paris.

Häufig gestellte Fragen

Welches ist die beste Jahreszeit für einen Besuch in Montmartre?

Frühling und Herbst bieten einen guten Kompromiss: angenehme Temperaturen, weiches Licht, weniger Andrang als im Sommer. Die Vormittage unter der Woche, vor 10 Uhr, erlauben es, den Sacré-Cœur und die Place du Tertre ohne Touristen zu genießen. Der Winter bringt flaches Licht, ruhigere Straßen, aber auch Kälte auf den Treppen. Juli und August am Nachmittag meiden, wenn man Ruhe sucht.

Wie erreicht man Montmartre mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Metrolinie 12, Stationen Abbesses (Ausgang im Jugendstil) oder Lamarck-Caulaincourt. Metrolinie 2, Station Anvers, dann zu Fuß oder mit der Standseilbahn hinauf zum Sacré-Cœur. Metrolinie 2, Station Blanche, für den Zugang zum Moulin Rouge und zur rue Lepic. Der Montmartrobus, eine Ringlinie, bedient die wichtigsten Punkte des Viertels von Pigalle aus. Auch die Buslinien 80, 30, 54.

Kann man Montmartre mit Kindern besuchen?

Kinder mögen die Treppen, die Gassen, die Mühlen. Der Square Louise-Michel bietet Rasen und Spielgeräte. Das Musée de Montmartre organisiert pädagogische Workshops. Cafés wie Marlette empfangen Familien ohne Druck. Vorsicht bei steilen Anstiegen mit Kinderwagen: besser die Standseilbahn oder den Montmartrobus nutzen. Kleine Kinder ermüden auf dem unebenen Kopfsteinpflaster schnell. Pausen und Snacks einplanen.

Muss man reservieren, um in Montmartre zu bruncheln?

Die meisten touristischen Adressen nehmen keine Reservierungen an. Bei Marlette gibt es morgens und mittags keine Reservierung: Man schaut vorbei, ob noch Platz ist. Von 15 bis 18 Uhr können Gruppen unter reservation@marlette.fr reservieren. Für gehobenere Restaurants wird eine Reservierung am Wochenende empfohlen. Früh ankommen (9 bis 9.30 Uhr) garantiert einen Tisch ohne Wartezeit.

Wie viel Zeit braucht man, um Montmartre zu besichtigen?

Ein halber Tag deckt die Highlights ab: Sacré-Cœur, Place du Tertre, rue Lepic, Vorbeigehen an den Mühlen. Ein ganzer Tag erlaubt es, Museen, einen Spaziergang durch die versteckten Gassen, eine Kaffeepause und den Friedhof hinzuzufügen. Zwei Tage eröffnen eine vertiefte Entdeckung: Künstlerateliers, nächtliche Shows, Erkundung der vertraulichen Plätze. Montmartre eignet sich zum Bummeln: Besser großzügig planen, als von einem Punkt zum anderen zu hetzen.

Welche Souvenirs sollte man aus Montmartre mitbringen?

Die Kunsthandwerksläden verkaufen Retro-Plakate, alte Postkarten, Bücher über die Geschichte des Viertels. Die Kunstgalerien bieten Lithografien, Radierungen, Werke lokaler Kreativer. Die Bäckereien erlauben es, Brote und Gebäck mitzunehmen (noch am selben Tag verzehren). Die Bio-Backmischungen von Marlette (Cookies, Fondants, Brownies) halten sich mehrere Tage. Plastiksouvenirs made in China vermeiden: Handgemachtes und Lokales bevorzugen.

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