Wo man in Montmartre brunchen kann: unsere Karte

Am Sonntagmorgen schwankt Montmartre noch zwischen Schlafen und Aufwachen. Das Kopfsteinpflaster der Rue des Abbesses glänzt im Tau, das flache Licht schneidet die Fassaden in Schatten- und Sonnenscheiben. Du läufst am geschlossenen Karussell vorbei, an der Bäckerei, die schon duftet, und fragst dich: Wo werde ich heute Morgen meine Ellbogen aufstützen und die Stunden vorüberziehen lassen?

In Montmartre zu brunchen heißt, sein Paris zu wählen. Das Paris der kleinen Tische, die auf den Bürgersteig übergreifen, der Kellner, die nach drei Besuchen deinen Vornamen kennen, der handgeschriebenen Karten, die an der Wand hängen. Man reserviert nicht – man versucht sein Glück. Man öffnet die Tür eines Cafés, das nach warmem Brot und Specialty Coffee riecht, setzt sich ans Fenster und beobachtet, wie die Stadt erwacht. Hier ist der Brunch nicht nur eine Mahlzeit: Es ist ein Sonntagsritual, eine Art, ohne schlechtes Gewissen langsamer zu werden.

🥐 Marlette, der Stadtteil-Brunch, der überzeugt

Elegante Fassade des Coffee Shops Marlette in Montmartre, Rue des Abbesses, mit gemütlicher Terrasse und hausgemachtem Brunch

Zwei Adressen, dieselbe Philosophie: in der Stadt entschleunigen

Marlette spielt nicht in der Liga der spektakulären Brunches. Hier gibt es kein All-you-can-eat-Buffet und keine XXL-Formel, die dich auf deinem Stuhl stranden lässt. Was zählt, ist das, was auf dem Teller passiert – und im Blick der Person dir gegenüber.

Zwei Adressen in Montmartre verkörpern diese Philosophie. Die erste, 51 Rue des Martyrs (Métro Saint-Georges), 2014 eröffnet, hat die Grundlage gelegt: ein Stadtteil-Coffee-Shop, wo die Stammgäste ihren Tisch hinten haben, wo man genauso sehr wegen des Schokoladenfondants wie wegen der morgendlichen Bibliotheksatmosphäre kommt. Die zweite, 45 Rue des Abbesses (Métro Abbesses oder Blanche), wurde 2025 eröffnet und führt den Geist fort, während sie eine selbstbewusste Montmartre-Note hinzufügt: Zenitlicht, tiefe Sitzbänke, eine Terrasse, wo man sich fragt, warum man anderswo hingehen sollte.

✅ Zu beachten

Marlette nimmt keine Reservierungen entgegen. Das ist Absicht: Wir wollen den spontanen Geist des „Mal schauen, ob noch Platz ist” bewahren. Komm am Wochenende früh (wenn möglich vor 11 Uhr), oder versuch’s unter der Woche – Mittwoch- oder Donnerstagmorgen sind oft ruhiger.

Was man bei Marlette wirklich isst

Die Marlette-Brunches sind keine gastronomischen Manifeste. Es sind einfache, schmackhafte, sorgfältig zubereitete Zusammenstellungen. Das herzhafte Menü bietet saisonale Gerichte, gemischte Salate, den zum Pariser Sonntag unverzichtbar gewordenen Avocado-Toast, cremiges Rührei oder perfekte Eier zum Dippen deiner Mouillettes. Du kannst auch ein hausgemachtes Sandwich wählen. In Abbesses gibt es Pancakes – eine Exklusivität, die allein den Aufstieg zur Métro rechtfertigt.

Auf der süßen Seite sind die Backzubereitungen bio und werden auf der Île de Ré produziert. Die Schoko-Sesam- oder Schoko-Nuss-Cookies, der Schokoladenfondant mit seinem mit Fleur de Sel von der Île de Ré veredelten schmelzenden Kern (Achtung, das ist kein flüssiger Kern – zwei verschiedene Rezepte), der Pekannuss-Brownie, der marmorierte Cake, die natürlichen oder herzhaften Scones mit Speck und Käse, die Crêpes, die Gingerman-Kekse, die Waffeln, die Babka, die Zimtschnecken… Alles ist hausgemacht, weit entfernt von den endlosen Zutatenlisten, die man anderswo findet.

  • Specialty Coffee: Cappuccino, Latte, Flat White präzise zubereitet
  • Signature-Getränke: Ube Latte, Matcha Latte, Chai Latte
  • Frisch vor Ort gepresste Säfte, keine Konzentrate

💡 Unser Tipp

Wenn du die besten Brunches nach Viertel in Paris entdecken möchtest, fang an einem Sonntagmorgen in Montmartre an. Die Atmosphäre ist einzigartig: Man trifft sowohl Einheimische in mentalem Pyjama als auch Touristen, die endlich das Paris der Pariser gefunden haben.

Die Atmosphäre: warum man stundenlang bleibt

Man kommt nicht zu Marlette, um am Laptop zu arbeiten – das ist übrigens zwischen 11:30 und 14:30 Uhr und am Wochenende verboten. Man kommt, um da zu sein. Um zu beobachten, wie sich das Licht an den weißen Wänden verändert. Um das diskrete Geräusch der Kaffeemaschine zu hören. Um die Leute zu beobachten, die hereinkommen und sich fragen, ob noch Platz ist.

Das Team kennt die Stammgäste beim Vornamen. Kein mechanischer Service, kein kommerzielles Lächeln. Nur aufrichtige Aufmerksamkeit, ein kleines, engagiertes Team, das Nachrichten so schnell wie möglich beantwortet – erwarte keine Antwort innerhalb von 48 Stunden, aber du bekommst immer eine echte Antwort, keinen Bot.

🗺️ Die anderen Montmartre-Tische, wo der Brunch hält, was er verspricht

Gemütliche Terrasse des Coffee Shops Marlette in der Rue des Abbesses in Montmartre, mit Holztischen und -stühlen

Le Basilic: die versteckte Terrasse des 18.

In der 33 Rue Lepic spielt Le Basilic die Karte der diskreten Adresse, die nur die Leute aus dem Viertel kennen. Kleiner intimer Raum, Terrasse hinten, die den Eindruck vermittelt, in einem neapolitanischen Innenhof zu sein. Die Karte mischt klassischen Brunch und mediterrane Einflüsse: Shakshuka, hausgemachtes Hummus, frisches Brot zum Eintauchen in Olivenöl. Die Preise bleiben für Montmartre vernünftig (15-22 €), und der Service ist entspannt, ohne nachlässig zu sein.

Stärke: Man trifft wenige Touristen. Es ist die Art von Ort, wohin du deine Eltern zu Besuch mitbringst, um ihnen zu zeigen, dass du dein Paris gefunden hast.

Soul Kitchen: der selbstbewusste Veggie-Brunch

Wenn du eine 100% pflanzliche Option suchst, bietet Soul Kitchen (33 Rue Lamarck) sein bohème-schickes Dekor zwei Schritte vom Sacré-Cœur entfernt. Brunch basierend auf farbenfrohen Bowls, Smoothies dick wie Milkshakes, vegane Pancakes, die keine traurigen Imitationen spielen. Die Deko sammelt grüne Pflanzen, bestickte Kissen, kleine Rattan-Lampen – man fühlt sich wie bei einer Freundin mit wirklich gutem Geschmack.

Achtung: Der Ort ist klein, sonntags oft voll. Komm vor 11 Uhr oder nach 13:30 Uhr, sonst stehst du auf dem Bürgersteig Schlange. Und wie überall in Montmartre: keine Reservierung, das ist die Spielregel.

🥐 Adresse 💰 Preisspanne 🎯 Für wen?
Marlette Martyrs & Abbesses 12-18 € Stammgäste aus dem Viertel, Paare, Freundinnengruppen
Le Basilic 15-22 € Liebhaber mediterraner Küche, Terrassen-Fans
Soul Kitchen 14-20 € Überzeugte Veggies, Deko-Süchtige, Instagrammer
Hardware Société 18-26 € Gruppen, Familien, Fans großzügiger Portionen

Hardware Société: der XXL-Brunch zum Teilen

In der 10 Rue Lamarck ist Hardware Société die Adresse für Sonntage, an denen man Hunger hat – wirklich Hunger. Großzügige Formeln inspiriert von der australischen Brunch-Kultur: pochierte Eier, knuspriger Speck, zerdrückte Avocado, großzügig getoastetes Brot. Die Teller kommen übervoll, man teilt, man stibitzt vom Nachbarn, man bestellt einen zweiten Kaffee, weil man noch nicht fertig ist.

Die Atmosphäre ist laut, fröhlich, fast festlich. Wenn du kontemplative Ruhe suchst, geh weiter. Aber wenn du mit einer Gruppe kommst, mit Freunden, die gerne laut lachen und bis 15 Uhr essen, ist es eine sichere Wahl.

1
Früh kommen
Am Wochenende erwacht Montmartre langsam – aber die Warteschlangen bilden sich schnell. Ziele auf 10-10:30 Uhr, um die Wahl deines Tisches zu haben.
2
Nicht reservieren (außer Ausnahmen)
Die meisten Montmartre-Adressen nehmen keine Reservierungen für den Brunch entgegen. Das ist das Spiel: Man versucht’s, wartet oder kommt später wieder.
3
Bargeld einplanen
Einige kleine Adressen akzeptieren nur Bargeld oder haben einen Mindestbetrag für Kartenzahlung. Vermeide die Überraschung und hab ein paar Scheine dabei.

La Recyclerie: engagierter Brunch auf den Schienen

Etwas abseits (83 Boulevard Ornano, Grenze Montmartre-Clignancourt) besetzt La Recyclerie einen stillgelegten alten Bahnhof. Brunch serviert in einem halb-industriellen, halb-urbanen Garten-Dekor mit Blick auf die Gleise. Lokale Küche, Anti-Verschwendung, Zero Waste – das Engagement ist echt, kein Marketing. Die Teller sind einfach, schmackhaft, großzügig. Man kommt genauso sehr wegen des Ortes wie wegen des Essens.

Gemischtes Publikum: Familien mit Kindern (gesicherter Garten hinten), junge Öko-Paare, Freundesgruppen, die zweckorientierte Projekte mögen. Die Atmosphäre ist gutmütig, entspannt, manchmal etwas laut. Wenn du gedämpfte Eleganz suchst, ist es nicht hier. Aber wenn du einen Brunch mit Sinn willst, komm vorbei.

Le Progrès: die Brasserie, die sich nicht verändert

In der 7 Rue des Trois Frères ist Le Progrès eine Montmartre-Institution. Klassische Brasserie, patinierter Tresen, Kellner in schwarzen Westen, die zwischen den Tischen slalomen. Der Brunch ist nicht die Stärke des Hauses – man kommt hauptsächlich wegen der Atmosphäre, der Terrasse mitten im Viertel, des Gefühls, in einem Film der Nouvelle Vague zu sein.

Die Eier sind in Ordnung, das Brot ist Brot, der Kaffee ist ein Kaffee. Nichts Transzendentes, aber auch nichts Verfehltes. Man zahlt genauso sehr für die Lage wie für den Teller. Wenn du nach kulinarischer Höchstleistung suchst, geh weiter. Wenn du die Seele von Montmartre suchst, setz dich.

„In Montmartre zu brunchen bedeutet nicht nur zu essen: Es bedeutet, seinen Sonntag zu wählen. Den, an dem man herumtrödelt, Leute vorbeigehen sieht, einen zweiten Kaffee bestellt, nur um noch ein bisschen zu bleiben.”

— Vincent Miguel, Co-Geschäftsführer Marlette

Café Lomi: der Tempel des Specialty Coffee

Etwas abseits (3 ter Rue Marcadet, Grenze 18.) ist Café Lomi das Refugium der Kaffee-Puristen. Hausrösterei, minutiös getimte Extraktionen, Baristas, die über Terroir und Fermentation sprechen. Der Brunch ist gut – Avocado-Toast, hausgemachtes Granola, belegte Tartines – aber man kommt hauptsächlich wegen dessen, was in der Tasse passiert.

Die Atmosphäre ist konzentriert, fast klösterlich. Die Leute arbeiten an ihrem Laptop (hier ist es erlaubt), lesen schweigend, nippen an ihrem Flat White und nicken mit dem Kopf. Wenn du laute Geselligkeit suchst, ist es nicht die Adresse. Wenn du den besten Kaffee des Viertels willst, dann los.

Pink Mamma: der italienische Brunch, der knallt

In der 20 bis Rue de Douai bietet Pink Mamma (Big Mamma Gruppe) einen großzügigen italienischen Brunch in einem pastellrosafarbenen Dekor, das Instagram explodieren lässt. Frische Focaccia, cremige Burrata, italienische Wurstwaren, transalpine Backwaren. Die Portionen sind massiv, die Preise sind für die Leistung in Ordnung (22-28 €), und die Atmosphäre ist festlich.

Schwachpunkt: Man muss reservieren (im Gegensatz zu Marlette ist es hier Pflicht). Die Wochenenden sind Wochen im Voraus ausgebucht. Plan voraus oder versuch’s unter der Woche.

⚠️ Im Hinterkopf behalten

Montmartre am Wochenende, das ist die Welt. Die Terrassen sind ab 11 Uhr voll, die Warteschlangen werden länger, die Kellner rennen. Wenn du in Ruhe brunchen möchtest, bevorzuge Wochentagmorgen – Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Die Atmosphäre ist entspannter, die Einheimischen übernehmen wieder ihre Rechte.

🎯 Welche Adresse für welchen Sonntag?

Schild Marlette des Pariser Coffee Shops in der Rue des Abbesses in Montmartre

Der Brunch allein, mit einem Buch

Marlette Martyrs oder Café Lomi. Konzentrierte Atmosphäre, niemand wird dich komisch ansehen, wenn du dich mit einem Roman niederlässt und drei Stunden bleibst. Bestell einen Chai Latte bei Marlette, einen Flat White bei Lomi, und lass die Zeit fließen.

Der Brunch unter Freundinnen, mit Lachen und Geständnissen

Marlette Abbesses oder Soul Kitchen. Sanftes Licht, bequeme Sitzbänke, Instagram-freundliche, aber aufrichtige Karte. Ihr werdet die Welt bei einem Ube Latte und einem Schokoladenfondant neu erfinden. Plant großzügig: Ihr geht nicht vor 14 Uhr.

Der Brunch zu zweit, Sonntagsritual

Le Basilic oder Marlette (beide Adressen). Intime Tische, aufmerksamer Service ohne aufdringlich zu sein, Karte, die Platz zum Teilen lässt. Ihr bestellt ein herzhaftes und ein süßes Gericht, ihr greift in den Teller des anderen, ihr lasst euch Zeit. Das ist der ganze Sinn.

Der Brunch mit der Truppe, mit Kindern oder Freundesgruppe

Hardware Société oder La Recyclerie. Platz, bereits erhöhter Geräuschpegel (eure Kinder werden nicht stören), großzügige Teller zum Teilen. Hardware für die Fülle, La Recyclerie für den Garten und das Öko-Engagement.

Level: 🟢 Für alle · Atmosphäre: ☀️ Gesellig · Budget: 💰 12-28 €

Der Brunch abseits der ausgetretenen Pfade, fern der Touristen

Le Basilic oder Café Lomi. Adressen, die die Touristenführer (noch) nicht erwähnen. Du triffst Leute aus dem Viertel, Kellner, die untereinander Französisch sprechen, eine Atmosphäre des echten Paris. Das ist es, was du gesucht hast, oder?

✅ Was einen guten Montmartre-Brunch ausmacht ❌ Fallen, die man vermeiden sollte
• Frische Produkte vor Ort zubereitet
• Herzlicher Service, nicht roboterhaft
• Viertel-Atmosphäre, keine touristische Vitrine
• Qualitätskaffee (Specialty > Robusta)
• Preise im Einklang mit der Leistung
• Mittelmäßige All-you-can-eat-Buffets
• Adressen am Place du Tertre (Touristenfalle)
• „Brunch”-Formeln, die nur aufgeblasene Frühstücke sind
• Eiliger Service, um Tische zum Drehen zu bringen

🗓️ Die richtigen Reflexe für entspanntes Brunchen in Montmartre

Timing: wann kommen, um Platz zu haben

Am Samstag- und Sonntagmorgen verwandelt sich Montmartre in einen Brunch-Ameisenhaufen. Die zu bevorzugenden Zeitfenster:

  • Vor 10:30 Uhr: Die Frühaufsteher haben die Wahl der Tische, kein Warten, entspannter Service
  • Zwischen 10:30 und 12:30 Uhr: Der Ansturm. Warteschlange wahrscheinlich, Umgebungsgeräusche, Kellner unter Druck
  • Nach 13:30 Uhr: Die zweite Welle zerstreut sich, du kannst wieder Platz finden – aber einige Küchen beginnen zu schließen

Unter der Woche sind die Morgen ruhig. Marlette, Le Basilic, Soul Kitchen finden ihre Seele als Stadtteil-Café wieder. Die Stammgäste nehmen ihre Lieblingstische zurück, die Gespräche werden länger, die Kellner haben Zeit zum Plaudern.

Budget: wie viel einplanen?

Ein Montmartre-Brunch kostet zwischen 12 € und 28 € je nach Adresse und Formel. Bei Marlette rechne mit 12-18 € für ein komplettes Frühstück oder Mittagessen (herzhaftes Gericht + Getränk + Gebäck). Bei Hardware Société oder Pink Mamma geht’s eher Richtung 22-28 € für eine XXL-Formel. Die Specialty-Coffee-Cafés (Lomi) berechnen das Know-how: 4-5 € für den Flat White, aber das ist der Preis für Exzellenz.

Zum Vergleich: Ein touristischer Brunch am Place du Tertre kostet dich 25-35 € für oft mittelmäßige Qualität. Geh drei Straßen runter, du halbierst den Preis und verdreifachst das Vergnügen.

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Montmartre-Adressen, wo man ohne Fehler brunchen kann

Mit Kindern kommen: was funktioniert

Marlette Abbesses und Martyrs tolerieren Kinder (Hochstühle verfügbar), aber die Atmosphäre bleibt ruhig – auch kein Disneyland. Wenn deine Kinder die Art sind, die überall herumrennen, bevorzuge La Recyclerie mit ihrem gesicherten Garten, wo sie sich austoben können, oder Hardware Société, wo der Geräuschpegel bereits hoch ist (niemand wird einen Schrei mehr bemerken).

Vermeide Le Progrès (vollgestellte Terrasse, schneller Service, nicht kinderfreundlich) und Café Lomi (konzentrierte Atmosphäre, inkompatibel mit aufgedrehten Kids).

Barrierefreiheit und eingeschränkte Mobilität

Montmartre, das sind Treppen, Kopfsteinpflaster, steile Gassen. Nicht das am besten zugängliche Viertel von Paris. Marlette Martyrs ist ebenerdig, Rollstuhl OK. Marlette Abbesses hat ein paar Stufen am Eingang, aber das Team hilft gerne. Hardware Société und Le Basilic haben komplizierte Zugänge. La Recyclerie ist zugänglich, mit Rampe auf der Gartenseite.

Wenn du mit der Métro kommst, bevorzuge Saint-Georges (Linie 12, Aufzüge) statt Abbesses (auch Linie 12, aber 285 Stufen, wenn der Aufzug ausgefallen ist – und er fällt oft aus). Blanche (Linie 2) ist auch eine gute Option, mit weniger Höhenunterschied.

🌍 Warum Montmartre das beste Viertel zum Brunchen in Paris bleibt

Weil man dort noch Menschen trifft, die dort wohnen. Bäcker, die um 6 Uhr öffnen, Rentner, die ihre Zeitung kaufen gehen, Kinder, die schlurfend zur Schule gehen. Montmartre ist kein Museum – es ist ein lebendiges Viertel, das Touristen freundlich akzeptiert, aber ihnen nicht gehört.

Hier zu brunchen bedeutet, Paris so zu sehen, wie es wirklich existiert. Die verblassten Fassaden, die Mülltonnen, die montagmorgens überquellen, die Katzen, die auf Fensterbänken schlafen. Und auch: das Licht, das die Straßen in scharfe Scheiben schneidet, die Platanen, die im Herbst ihre Blätter verlieren, die Terrassen, wo man verweilt, bis der Kellner freundlich andeutet, dass er in zwanzig Minuten schließt.

Bei Marlette ist diese Haltung selbstbewusst. Man macht keinen Brunch für den Brunch – man schafft einen Ort, wo sich die Leute aus dem Viertel treffen, wo die Touristen verstehen, dass sie etwas Echtes gefunden haben. Die beiden Coffee Shops, Martyrs und Abbesses, funktionieren wie Viertel-Salons: Man kommt allein mit einem Buch, zu zweit für ein langes Gespräch, in der Gruppe, um einen Geburtstag zu feiern oder einfach, weil man Lust hat, zusammen zu lachen.

Die Gründerinnen, Margot und Scarlette, haben Marlette 2010 auf der Île de Ré gegründet – dort, wo sie lebten, wo sie als Familie segelten. Auf Reisen fanden sie nur mittelmäßige industrielle Zubereitungen mit endlosen Zutatenlisten und zweifelhaften Konservierungsstoffen. Sie beschlossen, ihre eigenen zu schaffen: bio, ohne Zusatzstoffe, mit genau den richtigen Zutaten, damit der Geschmack da ist. Heute wird Marlette von Vincent Miguel und Thomas Parrain geleitet, die 2024 die Zügel übernommen haben. Sie bewahren den ursprünglichen Geist, während sie neue Adressen eröffnen – weitere Coffee Shops in Paris und Frankreich sind geplant.

Der Brunch bei Marlette ist ein bisschen diese Mischung: das Erbe der Gründerinnen (Qualität, Einfachheit, Authentizität) und die Energie eines neuen Teams, das die Marke wachsen lassen will, ohne sie zu verraten. Man reserviert nicht, man macht keine geplanten Presse-Verkostungssessions, man verkauft keine Zubereitungen online. Man macht Kaffee, man bereitet Teller zu, man empfängt die Leute. Das reicht schon.

Wenn du mit anderen Pariser Vierteln vergleichen möchtest, wirf einen Blick auf unsere Brunch-Karte nach Arrondissement – jede Ecke von Paris hat ihre Atmosphäre, ihre Lieblingsadressen, ihre Sonntagsrituale. Montmartre hat seine eigenen: bohèmer, steiler, authentischer. Man wählt Montmartre nicht zufällig – man wählt es, weil man etwas sucht, das man nicht herstellen kann: Zeit, die sich dehnt, Gespräche, die abdriften, eine Stadt, die akzeptiert, langsamer zu werden.

💬 Häufig gestellte Fragen

Wo findet man den besten Brunch in Montmartre?

Montmartre ist voll von schönen Adressen rund um Abbesses und die Rue des Martyrs. Marlette, 45 Rue des Abbesses, setzt auf hausgemachte Bio-Backzubereitungen und Specialty Coffee in einer Viertel-Atmosphäre. Am besten wählt man je nach momentaner Lust: süße Sanftheit, herzhafter Brunch oder einfach Kaffee auf der Terrasse. Unser Brunch-Guide nach Viertel hilft bei der Orientierung.

Muss man für den Brunch in Montmartre am Wochenende reservieren?

Das hängt von den Adressen ab: Einige nehmen Reservierungen entgegen, andere nicht. Bei Marlette ist es eine bewusste Entscheidung, keine Reservierung – man schaut vorbei, ob noch Platz ist. Besser am Sonntag früh kommen, wenn sich das Viertel schnell füllt.

Welches Budget für einen Brunch in Montmartre einplanen?

Rechne im Durchschnitt mit 12 bis 25 € je nach Formel. Ein Kaffee mit hausgemachtem Gebäck kostet ein paar Euro, während ein kompletter herzhafter Brunch mit Getränk Richtung 20-25 € geht. Montmartre bleibt preislich sanfter als die Geschäftsviertel.

Kann man früh morgens in Montmartre brunchen?

Ja, mehrere Cafés öffnen ab 8-9 Uhr fürs Frühstück. Das ist der beste Moment, um die Ruhe von Abbesses vor dem Ansturm zu genießen, mit einem Cappuccino und einem frisch gebackenen Viennoiserie.